Gedenkkonzert in Bonn
Der Film- und Theaterregisseur Rosa von Praunheim war für den 11. Beethovenpreis 2025 nominiert.
Wir trauern um Rosa von Praunheim, der diesen Preis nun nicht mehr persönlich entgegen nehmen kann. Die Auszeichnung wird ihm am 16. März 2026 im Kammermusiksaal Hermann J. Abs bei einem Gedenkkonzert posthum verliehen.
Der Internationale Beethovenpreis für Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Diversität wird zum elften Mal vergeben. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Er wird zum 10. Mal von der bundesweit tätigen Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Solidaris gesponsert. Die Preistrophäe gestaltet das israelische Künstlerpaar Rima Arslanov und Roy Mordechai. Der Preis wird am 16. März 2026, 19 Uhr, an Rosa von Praunheim posthum im Kammermusiksaal Hermann J. Abs in Bonn verliehen. Sein Witwer Oliver Sechting wird die Preistrophäe für ihn entgegen nehmen. Die Laudatio hält Tom Tykwer. In dem Gedenkkonzert werden spielen: der Bonner Jungpianist Colin Pütz, die Panflötistin Hannah Schlubeck, der international gefeierte Countertenor Nils Wanderer u.a.. Sven Lehmann, Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Medien des Deutschen Bundestages, wird den Preisträger ebenfalls ehren.
Rosa von Praunheim hat sich sehr verdient gemacht um die Menschenrechte – für Diversität und die Gleichberechtigung queerer Menschen. Er war Aktivist, Wegbereiter und Mitbegründer der LGTBQ-Bewegung in Deutschland. Sein Film: „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ von 1971 löste die Gründung zahlreicher Homosexuellen-Initiativen aus. Er gilt als Initialzündung der Schwulen- und Lesbenbewegung in Deutschland. Praunheim wurde dadurch zu einer medialen Leitfigur und Ikone der Bewegung. „Die Bedeutung dieses Films für die Schwulenbewegung in der Bundesrepublik kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden“ schreibt die Historikerin Prof. Dagmar Herzog in einem Artikel der Bundeszentrale für politische Bildung. Mit Rosa von Praunheim wird zum ersten Mal ein Film- und Theaterregisseur mit dem Preis ausgezeichnet. Die ursprüngliche Verleihung des Beethovenpreises an ihn war für Januar 2026 geplant. Sein Partner Oliver Sechting erinnert sich: „Als Rosa erfahren hat, dass er mit dem Internationalen Beethovenpreis für Menschenrechte ausgezeichnet werden soll, war er zu Tränen gerührt, weil der Preis nicht nur sein filmisches Werk würdigt, sondern vor allem die Intention seines künstlerischen Wirkens aufgreift: Gleichberechtigung, Sichtbarkeit und Räume für queere Menschen zu schaffen und sie zu ermutigen, für sich und andere einzustehen, um die Situation für alle zu verbessern. Dass der Beethovenpreis die Würdigung von Werk und Wirkung zusammenbringt, hat Rosa zutiefst berührt.“
Der Internationale Beethovenpreis für Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Diversität wird getragen von der Beethoven Academy. Er wurde ins Leben gerufen vom Intendanten der Beethoven Academy Torsten Schreiber, sowie Andreas Loesch, langjähriger Präsident des Festivals junger Künstler Bayreuth, später des dortigen Kuratoriums, der ebenfalls Gesellschafter der Academy ist. Weitere Gesellschafterin der Beethoven Academy ist die Pianistin Martha Argerich.
Der Beethovenpreis wird von der bundesweit tätigen Solidaris-Unternehmensgruppe als Hauptsponsor unterstützt. Die Solidaris blickt auf eine fast 95-jährige erfolgreiche Unternehmensgeschichte und steht für ganzheitliche Prüfung und Beratung von gemeinnützigen Trägern und Einrichtungen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft sowie der Freien Wohlfahrtspflege. Die Solidaris teilt die Werteorientierung ihrer Mandanten, die den Menschen in den
Mittelpunkt stellt. Dabei geht es vor allem um die Verbindung von ethischer Verpflichtung und wirtschaftlichem Erfolg. Dies erfordert eine ganzheitliche Beratung. Als führende Prüfungs- und Beratungsgesellschaft in Deutschland und Marktführer in der Prüfung und Beratung von Unternehmen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft bietet Solidaris an zehn Standorten zukunftsweisende Expertisen zu allen wirtschaftlichen und rechtlichen Belangen gemeinnütziger Organisationen unterschiedlicher Größe und Rechtsform.
Die Beethoven Academy wurde am 13. März 2016 gegründet. Sie hat die Leitlinien Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Diversität. Im Kontext dieser Leitlinien organisiert sie Kulturprojekte und vergibt jährlich den Internationalen Beethovenpreis
Montag, 16. März 2026, 19 Uhr – Gedenkkonzert mit Preisverleihung Kammermusiksaal Hermann J. Abs, Bonngasse 24-26, 53111 Bonn
Mit
Colin Pütz – Klavier (Beethoven: Waldsteinsonate, Chopin: Ballade Nr. 3),
Nils Wanderer – Countertenor – und Doriana Tchakarova – Klavier (Händel: Lascia ch’io pianga, Purcell: Cold Song, Plate/ Wanderer: So kalt der Tod)
Hannah Schlubeck – Panflöte – und Ani Ter Martirosyan- Klavier (Bartok: Rumänische Tänze)
Tickets zu 38 Euro zzgl. VVK-Gebühr bei Bonnticket – Tel (0228) 50 20 10