Der 7. Internationale Beethovenpreis für Maria Joao Pires

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Die Verleihung des 7. Internationalen Beethovenpreises am Maria Joâo Pires wird auf das Frühjahr 2022 verschoben

Die für den 26. Januar geplante Verleihung des 7. Internationalen Beethovenpreises am Maria Joâo Pires wird auf das Frühjahr verschoben.

Die Gesellschafter der Beethoven Academy, die den Preis verleiht, haben sich zu diesem Schritt entschlossen.

Die Gründe dafür liegen bei der Preisträgerin, die erkrankt ist und zudem einen Trauerfall in der Familie hatte.

Die Gesellschafter freuen sich auf eine Verleihung dieses besonderen Preises, die in einer entspannteren Situation – die Pandemie betreffend – stattfinden wird.

Maria Joâo Pires soll von Künstlerinnen und Künstlern in einem Konzert geehrt und von dem Publikum gefeiert werden – in einer heiteren, angstfreien Atmosphäre…

Für die Beethoven Academy – Susanne Gundelach

0228 – 95 22 80

© Felix Broede
© Felix Broede

„Musik soll der Menschheit helfen.“
– Maria Joao Pires –

Die portugiesische Pianistin Maria Joâo Pires erhält den 7. Internationalen Beethovenpreis 2021.

Der von Torsten Schreiber und Andreas Loesch initiierte Internationale Beethovenpreis für Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Inklusion wird zum siebten Mal vergeben. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Er wird wieder von der bundesweit tätigen Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Solidaris gesponsert. Die Preistrophäe „Evolute“ in Alabaster gestaltet ein weiteres Mal der Künstler Dirk Wilhelm.

Der Preis kann aus Termingründen der Preisträgerin erst im Januar 2022 übergeben werden. Die Verleihung findet voraussichtlich am 26. Januar 2022 im renovierten Kursaal Bad Honnef bei Bonn statt – ein denkmalgeschütztes Kleinod des Jugendstiles, einzigartig in der Region.

Maria Joâo Pires steht auf ihre ganz eigene Weise für das enge Verhältnis von Musik und universellen Werten, für die Verbindung von sozialen und künstlerischen Aktivitäten und die Auffassung, dass soziales Engagement einen Musiker „besser“ macht. Sie vertritt seit ihrer Jugend die Auffassung, dass Musik und Kunst der Menschheit allgemein helfen sollen. Für ihre zahlreichen Musikprojekte in speziellen sozialen Kontexten und für ihr Partitura-Projekt mit jungen Künstlerinnen und Künstlern erhält sie den Beethovenpreis 2021.

„Mit meinen Kollegen versuche ich den Studenten eine bessere Balance zwischen der Traumwelt einer Karriere und der realen Welt zu ermöglichen.“

Maria Joâo Pires hat einen neuen Stil im Umgang mit jungen Musikerinnen, ihren Schülerinnen und Schülern geprägt. In ihrem Projekt „Partitura“ arbeitet Maria Joâo Pires auf besondere Weise mit ihnen. Anders als bei klassischen Meisterkursen findet zwischen den renommierten und den jungen Künstlerinnen und Künstlern ein Austausch auf Augenhöhe statt. Ihr geht es darum, dass verschiedene Generationen gemeinsam lernen – voneinander, und nicht als Einbahnstraße. Gemeinsame Auftritte machen die jungen Talente zudem einem breiteren Publikum bekannt.

Da es vielen Künstlerinnen und Künstlern nach Meinung von Maria Joâo Pires an einer richtigen Wahrnehmung der realen Welt fehlt, und damit an einer verantwortungsvollen Einstellung zur Musik, lässt sie die jungen Musikerinnen und Musiker in sozialen Projekten mitarbeiten, wie zum Beispiel mit Kinderchören in psychiatrischen Einrichtungen, mit Kindern mit schweren Traumata oder aber in Gefängnissen. Auch die  Abschlusskonzerte ihrer Workshops finden in der Regel in sozialen Einrichtungen wie in Krankenhäusern oder Gefängnissen statt.

Neben dem Respekt und der Verantwortung gegenüber den Komponistinnen und Komponisten und den Werken vermittelt Maria Joâo Pires ihren Schülerinnen und Schülern in ihrem Partitura-Projekt das Verständnis dafür, wie Musik auf menschliche Wesen und somit auf Zuhörer wirken kann. Durch die Projektarbeit öffnet sich für die Musikerinnen und Musiker  ein neuer Zugang zur Realität. Sie erleben Menschen mit schweren Schicksalen. Die Musiker nehmen eine neue soziale Wirklichkeit wahr und übernehmen mehr Verantwortung gegenüber Menschen. Das beeinflusst ihre Einstellung zur Musik und zum Konzertieren.

Ein authentisches Leben, und die Fürsorge der Menschen füreinander sind für Maria Joâo Pires zentrale Anliegen.

Beispielhaft für ihr künstlerisch-soziales Engagement ist ihre langjährige musikalische Arbeit mit Kindern. Gerade auf Kinder mit stark problembelasteten Hintergründen, wie eine Kriegssituation, Armut, Suchtproblematiken im Elternhaus und anderen Problemstellungen, hat die Arbeit mit Musik nach Erfahrung von Maria Joao Pires eine starke positive Wirkung.  Der Einfluss der Musik auf stark problembelastete Kinder war lange Gegenstand des Studiums von Maria Joâo Pires. Ihre Studien ergaben, dass gerade die Beschäftigung mit der Stimme und mit dem Atem den Kindern gut dazu verhilft, in ihren Körper zurück zu kommen und zu sich selbst zu finden. Die Atem und Stimmarbeit geben den Kindern Sicherheit. Maria Joâo Pires hat mit vielen Kindern aus armen Umgebungen musikalisch gearbeitet und  mit Kindern aus Waisenhäusern. Sie entwickelte sogar selbst Methoden für die Chorarbeit mit Kindern. Im engen Austausch mit Neurowissenschaftlern und durch  das Studium von Fachliteratur entwickelte sie eine Methode, die das Kind von innen heraus seine eigene Disziplin bilden lässt. Durch die Arbeit mit dieser Methode von Maria Joâo Pires erhält das Kind Werkzeuge für die eigene Entwicklung und zur Überwindung seiner Traumata. Diese Arbeit hat sie mit Kindern in Afrika durchgeführt, mit Kindern in Brasilien, und mit Kindern in Belgien mit Migrationshintergrund. In Portugal hat sie verstärkt mit Kinderchören gearbeitet.

Der Internationale Beethovenpreis für Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Inklusion wird getragen von der Beethoven Academy. Er wurde ins Leben gerufen vom Intendanten der Beethoven Academy Torsten Schreiber, sowie vom Präsidenten des Festivals Junger Künstler Bayreuth, Andreas Loesch, der ebenfalls Gesellschafter der Academy ist. Weitere Gesellschafterin der Beethoven Academy ist die Pianistin Martha Argerich.

Die Beethoven Academy wurde am 13. März 2016 gegründet. Sie hat die Leitlinien Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Inklusion. Im Kontext dieser Leitlinien organisiert sie Kulturprojekte. Neben der alljährlichen Preisverleihung sind dies a) das Programm MUTE (Musik und Teilhabe) mit Konzerten am Krankenbett, für mobilitäts- und mental eingeschränkte Menschen und anderen Gruppen, denen der Zugang zu Musik erschwert ist b) Veranstaltungen im Format LET’S TALK BEETHOVEN, die musikalische Darbietungen aus verschiedenen Genres mit Lectures entlang der Leitlinien der Academy verbindet und c) Kulturprojekte in Krisengebieten.

Die Beethoven Academy stellt Ludwig van Beethoven als Sozialutopisten und gesellschaftlichen Visionär in den Mittelpunkt ihrer Arbeit und erweitert mit neuen Konzertkonzepten die Rezeption des Komponisten weit über die übliche Hörerschicht hinaus.

Der Beethovenpreis wird von der bundesweit tätigen Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Solidaris als Hauptsponsor unterstützt. .

Die Solidaris blickt auf eine mehr als 90-ährige erfolgreiche Geschichte zurück und zählt zu den wenigen Unternehmen in Deutschland, die auf die Betreuung gemeinnütziger Träger und Einrichtungen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft sowie der Freien Wohlfahrtspflege spezialisiert sind. Als führende Prüfungs- und Beratungsgesellschaft in Deutschland bietet Solidaris an neun Standorten zukunftsweisende Expertisen zu allen wirtschaftlichen und rechtlichen Belangen gemeinnütziger Organisationen unterschiedlicher Größe und Rechtsform.

Weitere Unterstützer und Kooperationspartner sind zahlreiche Kulturgesellschaften aus der Region Bonn: Colloquium Humanum Bonn e.V., Johannes-Wasmuth-Gesellschaft e.V., Kulturring Bad Honnef e.V., Richard-Wagner-Verband Bonn/Siegburg e.V., ArtDialog e.V.; u.a.

Der Erlös des Abends wird für die Projekte der Beethoven Academy verwendet.

Voraussichtliches Konzertdatum und Veranstaltungsort

  • Frühjahr 2022 | 19 Uhr | Kursaal Bad Honnef, Hauptstr. 28, 53604 Bad Honnef

Reservierung
Vorreservierungen sind möglich über Susanne Gundelach (Kontakt siehe unten).

Pressekontakt
Susanne Gundelach
+49 228 95 22 80
susanne@gundelach-bonn.de